Deutschlands EM-Historie: Träume, Tränen und Titel

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Die deutsche Nationalmannschaft wurde 1972 bei ihrer ersten Teilnahme an einer Europameisterschaft gleich zum ersten Mal Europameister, nachdem die Mannschaft 1960 und 1964 nicht teilgenommen hat und sich 1968 nicht für die Endrunde qualifizieren konnte. Die Mannschaft von Trainer Helmut Schön galt mit Superstar Franz Beckenbauer zu dieser Zeit als wohl beste Nationalmannschaft der Welt, was sie durch den Weltmeistertitel zwei Jahre später bekräftigen konnten. Das Finale im Brüsseler Heysel-Stadion gewann die deutsche Elf mit 3:0 gegen die UdSSR.

Nach einer Vize-Europameisterschaft in Jugoslawien (1976) – Uli Hoeneß schießt den entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen gegen die UdSSR in den Belgrader Nachthimmel – wird die deutsche Nationalmannschaft 1980 in Italien zum zweiten Mal Europameister. Bei diesem Turnier traten erstmalig 8 Teams in zwei Gruppen an. Deutschland setzt sich am Ende im Finale von Rom durch ein Tor von Horst Hrubesch gegen Belgien durch.

Als 1988 erstmals eine EM in Deutschland stattfand, ging das Gastgeberland mit vielen Vorschusslorbeeren ins Spiel. Bedauerlicherweise konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden: Deutschland verliert im Halbfinale gegen den späteren Europameister Niederlande, die von Topstürmer Marco van Basten angeführt wurden.

Nur vier Jahre später reist die deutsche Auswahl als amtierender Weltmeister und Topfavorit zur Europameisterschaft nach Schweden. Im Finale von Göteborg verlieren die deutschen Auswahlspieler völlig unerwartet gegen die Überraschungsmannschaft Dänemark, die überhaupt nur am Turnier teilnehmen konnte, da Jugoslawien aufgrund des Balkankrieges vom Turnier ausgeschlossen wurde.

Unvergessen ist auch Oliver Bierhoffs „Golden Goal“ in der Verlängerung des Finales von 1996, das die deutsche Mannschaft im Londoner Wembley-Stadion gegen Tschechien zum Europameister machte (siehe Video). Für Bierhoff, der in der regulären Spielzeit auch den 1:1 Ausgleich per Kopf erzielte, war das erste „Golden Goal“ in der EM-Geschichte sicherlich der Höhepunkt seiner aktiven Karriere.

In England feierte die deutsche Elf unter Trainer Berti Vogts den insgesamt 3. Europameistertitel. Neben Oliver Bierhoff war die Nationalmannschaft gespickt mit großen Namen wie dem späteren Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer, Thomas „Icke“ Häßler und dem Torhüter Andreas Köpke. Der Titelgewinn von 1996 sollte der bis heute letzte Erfolg einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einem großen Turnier gewesen sein.

Eine der bittersten Stunden der deutschen Nationalmannschaftsgeschichte erlebt die Auswahl nur 4 Jahre nach dem Triumph von Wembley. Das Vorrundenaus der DFB-Elf bei der EM 2000 in Belgien und der Niederlande war ein Offenbarungseid für den damaligen Zustand des deutschen Fußballs. Die Mannen von Teamchef Erich Ribbeck verloren nicht nur 0:1 gegen England sondern mussten nach einem blamablen 0:3 gegen die Portugiesen den Hohn der europäischen Sportpresse über sich ergehen lassen.

Europameister wurde übrigens Frankreich. Die „Équipe Tricolore“ besiegte Italien im Endspiel mit 2:1 – David Trezeguet entscheidet das Finale wie 4 Jahre zuvor Oliver Bierhoff per „Golden Goal“.

Die Schmach von 2000 konnte die deutsche Auswahl auch 2004 nicht korrigieren. Auch in Portugal war das Turnier für die Deutschen bereits nach der Vorrunde beendet, nachdem man sich in der Gruppe mit Niederlande, Portugal und Lettland nicht durchsetzen konnte. Teamchef Rudi Völler trat noch während des Turniers, das Griechenland unter dem deutschen Trainer Otto Rehhagel völlig überraschend mit dem Titel krönte, zurück.

Ein weiterer undankbarer zweiter Platz folgte 2008. Im Endspiel in Wien musste sich die Mannschaft von Joachim „Jogi“ Löw nach einem beeindruckenden Turnier gegen die ebenso favorisierten wie überlegenen Spanier mit 0:1 geschlagen geben. Fernando Torres‘ Tor war gleichbedeutend das Ende aller Titelhoffnungen der deutschen Mannschaft, deren Kapitän Michael Ballack damals noch ungeahnt sein letztes Turnier im Trikot mit dem Adler auf der Brust spielen sollte.

Im Laufe des Turniers konnte die deutsche Mannschaft auch neutrale Zuschauer mit ihrem kreativen und schnellen Offensivspiel überzeugen. Den guten spielerischen Eindruck wie z.B. beim Viertelfinalsieg gegen Portugal konnte die Mannschaft von „Jogi“ Löw bei der folgenden Weltmeisterschaft in Südafrika ebenfalls bestätigen. Dennoch wurde die spanische Nationalmannschaft, die überwiegend aus Spielern der Weltklasseclubs Real Madrid und FC Barcelona bestand, am Ende verdient Europameister.

Insgesamt ist die deutsche Nationalmannschaft mit 6 Finalteilnahmen und insgesamt 3 Europameistertiteln (1972, 1980 und 1996) vor Spanien und Frankreich Rekordhalter des Kontinentalwettbewerbs. Wir hoffen, dass die Mannschaft diese Bilanz dieses Jahr ausbauen kann und den deutschen Fußball auf europäischer Bühne würdig vertritt. Wir wünschen den Herren in weiß und schwarz dabei viel Erfolg!

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