Muskelkater (Teil 2): Warum Muskelkater so schmerzt?

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Lange Zeit nahm man an, die Schmerzen entstehen nach starker Belastungsintensität durch übermäßige Ansammlung von Milchsäure in der Muskulatur. Je intensiver die Muskelarbeit, um so höher die Milchsäureproduktion und um so schlimmer der Muskelkater, hieß es. Diese Theorie gilt heute aber  nicht mehr. Das ist auch verständlich, denn wenn es so wäre, müsste der stärkste Muskelkater unmittelbar nach einer außergewöhnlich starken Anstrengung auftreten, denn in dieser Situation wird die höchste Milchsäurekonzentration (Laktatwert) im Muskel gemessen. Wie aber bereits erwähnt, tritt Muskelkater zeitverzögert erst zwölf bis 24 Stunden nach der Anstrengung auf, wenn die Milchsäure bereits wieder abgebaut ist.

Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass in Wirklichkeit Körperflüssigkeit (Wasser) in die durch Überbelastung einhergehenden „Mini-Muskelfaserrisse“ eindringt. Dies führt schließlich im Verlauf von ein bis zwei Tagen zur Wasseransammlung (Ödem) an der Miniverletzung im Muskel. Die Tatsache, dass die Schmerzen zeitverzögert auftreten und nicht direkt nach der Belastung ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die entsprechenden Schmerzrezeptoren außerhalb der Muskelfaser im Bindegewebe liegen. Die Schmerzen treten erst dann auf, wenn durch die Reparaturvorgänge mit Austritt schmerzauslösender Spaltprodukte der abgebauten beschädigten Zellstrukturen eine Entzündungsreaktion eintritt. Zusätzlich führen die Zellschwellungen zu einer schmerzhaften reflektorischen Verspannung des Muskels. Die betroffenen Muskelpartien sind dann steif, hart und scheinbar kraftlos. Zudem schmerzen sie bei Bewegungen und Druckeinwirkungen von außen.

Was tun bei einem „verkaterten“ Muskel?

Grundsätzlich braucht ein „verkaterter“ Muskel Ruhe und Schonung, damit die winzigen Verletzungen an den Muskelfasern abheilen können. Günstig ist alles, was die Durchblutung der strapazierten Muskulatur fördert:

  • Warmes Bad und/oder Sauna
  • Abwechselnd heiß und kalt duschen
  • Leichte Bewegungsübungen
  • Sanfte Massage der betroffenen Körperpartien
  • Durchblutungsfördernde Salben

Durch die Erwärmung erweitern sich die Blutgefäße, sodass die angesammelten Abfallprodukte rasch abtransportiert werden können. Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren können helfen, die Muskulatur zu lockern. Die verbreitete Auffassung, Muskelkater sei ein Beweis für besonders gutes und hartes Training, verweisen Sportmediziner ins Reich der Fabel. Muskelkater ist mehr ein Indiz, dass man im Training etwas falsch gemacht. Andreas Schmid vom Deutschen Sportärztebund (DSÄB) in Freiburg hat die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Charaktere verstärkt zum Muskelkater neigen:

„Es sind die Ehrgeizigen und Verbissenen, die bis an ihre Grenze gehen, alles aus sich  herausholen wollen und dabei ihr Limit nicht selten überschreiten. Ihre Muskeln reagieren auf die Überanstrengung eben mit einem Kater“

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Ein Kommentar

  1. Jochen
    Posted 16. Mai 2012 at 13:27 | Permalink

    Lustigerweise hab ich vor kurzem gehört, dass Kirschsaft gegen Muskelkater nützen soll, irgendwie aufgrund seines hohen Wertes an Antioxidantien. Angeblich hat es irgendeine amerikanische Studie an Test-Probanden heraus gefunden. Wie viel wahres dran ist weiß man nicht, aber probieren geht bekanntlich über studieren ;)

    Entstehung des Muskelkaters – Welt der Wunder

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