Muskelkater (Teil 1): Alles nur Katzenjammer?

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Die ersten Sonnenstrahlen kommen und schon verspüren wir Menschen einen inneren Drang nach Bewegung, um Körper und Geist Gutes zu tun. Fitness- und Sportenthusiasten sprühen regelrecht nach den tristen Wintermonaten vor Trainingseifer und man hat das Gefühl, Bäume ausreißen zu können. Unter dem Motto „von nichts kommt nichts“ freut man sich nach einem erfolgreichen Trainingstag, wenn man völlig erschöpft endlich im Bett liegt und mit dem Gedanken, etwas Gutes für sich getan zu haben, zufrieden einschläft.

„Weniger ist manchmal mehr“

War diese Anstrengung vonnöten? Diese Frage erhält immer dann eine besondere Bedeutung, wenn die beanspruchten Muskeln am Tag danach zum Rachefeldzug aufrufen und mit Schmerzen dem vorher noch unbezwingbaren Trainingseifer den Kampf ansagen. Unglücklicherweise sind diese Schmerzen, die auch, je nach Intensität und Ort des Auftretens, zu einer echten Qual werden können, nicht von kurzer Dauer. Die Schmerzen nehmen nach 1 bis 3 Tagen zu bzw. erreichen ihren Höhepunkt und verlieren ihre schmerzhafte Wirkung innerhalb einer Woche. Die komplette Regeneration erfolgt erst nach 10 Tagen.

Was ist Muskelkater?

Eingedeutscht bedeutet Kater auch Katzenjammer und  bezeichnet damit die Ernüchterung nach einer intensiven Betätigung. Diesbezüglich haben Sport treiben und Alkohol trinken durchaus etwas gemeinsam. Wer es übertreibt, den erwischt der Kater. Anders jedoch als beim Brummschädel nach einer durchgezechten Nacht äußert sich der Muskelkater mit Muskelschmerzen. Er entsteht dadurch, dass die Muskulatur überfordert wird. Er ist ein Symptom für Überbelastung. Das passiert nicht nur Anfängern, sondern auch Leistungssportlern. Ursachen können körperliche Aktivität nach langer Pause, ungewohnte (neue) Bewegungen und besonders langandauernde oder starke Belastungen sein.

Eigentlich kommt Muskelkater aus dem griechischen „Katarrh“ (Entzündung der Schleimhäute, katarrhrein – herunterfliesen). Muskelkater könnte genaugenommen bedeuten „Entzündung der Muskeln“. Tatsächlich handelt es sich beim Muskelkater um mikrofeine Verletzungen und Risse in den Zellstrukturen der Muskelzellen, sozusagen „Mini-Muskelfaserrisse“, die zwangsläufig zu Schmerzen führen. Um diese Miniverletzungen zu reparieren, reagiert der Organismus mit einer lokalen Entzündung an den verletzten Stellen. Dadurch erhöht sich die Durchblutung, das zerrissene Material wird abgebaut, übers Blut abtransportiert und neues Material angeliefert, um die „Wunden“ möglichst schnell zu reparieren.

Obwohl Muskelkater im klassischen Sinne keine Krankheit ist und meist aus gesundheitlicher Betrachtung völlig unproblematisch ist wurde 2002 bei einem Gerichtsurteil in der Schweiz ein Werbeslogan für ein Badekonzentrat („Wohltuend bei Muskelkater“) verboten, da es untersagt ist, Kosmetika heilende Wirkung zuzusprechen. Das Gericht bezog sich in diesem Fall bei seiner Urteilsbegründung auf das klinische Wörterbuch „Pschyrembel“, in dem Muskelkater als „multiple Mikrofaserrisse mit nachfolgender Ödembildung“ definiert wird und ihm somit ein „Krankheitswert“ zugeschrieben werden kann (siehe www.kgeld.ch/downloadfile/1015834).

Fortsetzung: Warum schmerzt Muskelkater?

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